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SPIELETEST
G.I. JOE: The Rise of Cobra
„G.I. Joe“ ist in Deutschland in etwa so bekannt wie Axel Stein in Hollywood. Der Kinofilm aus dem vergangenen Sommer war dennoch recht erfolgreich. Aber das ist bei strunz dummen Streifen ja oft der Fall. Das zugehörige Spiel aus dem Hause Electronic Arts ist zwar ebenso wenig der Weisheit letzter Schluss, aber dennoch unterhaltsam – irgendwie. „G.I. JOE: The Rise of Cobra“ versetzt euch in die Rollen verschiedener Elite-Soldaten, die dort Cobra-Terroristen jagen, wo kein gewöhnlicher Zahnstocher hinkommt. Die Jungs und Mädels bei „G.I. Joe“ sind stets als Zweierteams unterwegs und können selbst dann, wenn die Kacke richtig am dampfen ist, keinen dritten oder vierten Mann zur Unterstützung rufen. Durch einen hypermodernen Teleporter könnt ihr allerdings in einer Mission eure Charaktere beliebig oft austauschen. Diese Möglichkeit benötigt ihr aber eigentlich nur dann, wenn ihr mal wieder vor einer dieser speziellen Türen steht, die nur von einer bestimmten Charakterklasse geöffnet werden können. Vorhanden sind die Klassen „Combat Soldier“, „Heavy“ und „Commando“.

Zuerst genannte sind die typischen Allrounder. Sie können nicht nur gut schießen, sondern auch ordentlich mit den Händen und Füßen austeilen. „Heavys“ sind zwar kaum schneller als Faultiere, dafür aber mit fetten Wummen ausgerüstet. Und die „Commandos“? Die sind ganz wild auf Körperkontakt und sind somit vorzügliche Nahkämpfer. Am besten kommt ihr regelmäßig mit einem „Combat Soldier“ oder einem „Heavy“ voran, „Commandos“ sind irgendwie nutzlos. Warum solltet ihr euch in Nahkämpfe verwickeln lassen, wenn ihr aus der Entfernung hinter einer Deckung hervor viel besser kämpfen könnt? „G.I. JOE: The Rise of Cobra“ ist, wenn ihr eine Grundregel verinnerlicht habt, selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ziemlich einfach: Wenn ihr immer schön in Deckung geht, könnt ihr fast nicht sterben. Somit rennt ihr in jedem Level von Deckung zu Deckung und ballert dabei alles und jeden über den Haufen. Mit der Zeit schaltet ihr zwar zahlreiche zusätzliche Charaktere frei, doch ändern diese am Gameplay rein gar nichts. Wenn ihr den ersten Level bestanden habt, kennt ihr alles, was „G.I. JOE: The Rise of Cobra“ zu bieten hat. Monotonie ist in diesem Spiel wirklich ein Problem.

Problematisch sind außerdem die Kameraführung und die Zielerfassung. Ihr selbst habt überhaupt keine Möglichkeit, die Kamera irgendwie zu bewegen – so passiert es andauernd, dass ihr von Feinden beschossen werdet, die außerhalb eures Sichtfelds stehen oder ihr nicht erkennen könnt, wo ihr gerade hinlauft. Die Zielerfassung funktioniert weitgehend automatisch, allerdings dürft ihr die Ziele durchschalten. Oft ist das auch bitter nötig: Das Spiel kann nämlich nicht zwischen einem Feind und einem Power-Up unterscheiden. Und es ist doch ausgesprochen ungeschickt, wenn zehn Feinde angreifen, das Spiel aber ein Power-Up ins Visier nimmt. Den meisten Spaß bereitet „G.I. JOE: The Rise of Cobra“ dann, wenn ihr einen Freund bei euch daheim habt, mit dem ihr gemeinsam zocken könnt – über das Internet kann nicht gespielt werden. Die Simpel-Ballerei ist so ein netter Snack für zwischendurch. Seid ihr alleine, müsst ihr euch auf die künstliche Intelligenz verlassen. Diese verhält sich zwar strohdumm, doch sind eure Feinde nicht cleverer. Mitunter dürft ihr sogar hinter dem Steuer eines Panzers platznehmen und mit diesem ein paar Feinde plätten oder eine Satelliten-Kanone bedienen.

Über die Levels verteilt findet ihr auch zahlreiche Bonusgegenstände, die verschiedene Hintergrundinformationen freischalten. Mir ist es im Laufe des Spiels allerdings immer wieder passiert, dass ich in einer Mission alle Boni eingesammelt hatte, mir diese aber nicht gutgeschrieben wurden. Dasselbe Problem haben auch andere Spieler. Grafisch ist „G.I. JOE: The Rise of Cobra“ bestenfalls Durchschnitt – die Hintergründe sind detailarm, die Zwischensequenzen einfach hässlich. Außerdem wirken viele Synchronsprecher unpassend bzw. pseudo-cool. Klar, Klischees gehören zu „G.I. Joe“ wie der Whopper zu Burger King, doch ändert das nichts daran, dass viele Dialoge im Spiel schlicht und ergreifend zum fremdschämen einladen. Der Soundtrack selbst ist dafür richtig gut!
 
Autor: Frederik  Seite: [1] [Fazit/Wertung]
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